Auf einer Reise nach Kabul hörte Zal von Rudabeh, der Tochter des Königs Mehrab, die schöner sein sollte als der Mond. Auch Rudabeh hatte von dem tapferen Zal gehört, und beide verliebten sich, bevor sie sich je gesehen hatten. Doch Mehrab stammte von Zahhak ab, und eine solche Verbindung schien unmöglich.
Mit Hilfe ihrer Dienerinnen trafen sie sich heimlich. Rudabeh ließ von ihrem Turm ihr langes Haar herab, damit Zal daran hinaufsteigen könne. Doch Zal wollte ihr nicht wehtun: Er küsste ihr Haar, warf ein Seil hinauf und stieg daran zu ihr. Sie schworen sich ewige Treue. Als die Väter und der König Manuchehr davon erfuhren, drohte Krieg; erst als die Sterndeuter verkündeten, aus dieser Ehe werde der größte Held Irans hervorgehen, gaben alle ihren Segen.
Die Geburt ihres Sohnes war so schwer, dass Rudabeh fast starb. Zal verbrannte eine Feder des Simorgh. Der Vogel erschien und erklärte, wie man das Kind mit einem Schnitt aus dem Leib der Mutter holen und die Wunde mit Kräutern heilen könne. So kam Rostam zur Welt, so groß wie ein einjähriges Kind. Rudabeh rief: »Rastam«, ich bin erlöst, und daher soll er seinen Namen haben.