Rostam und Sohrab

رستم و سهراب

Auf der Jagd an der Grenze zu Turan wurde Rostams Pferd Rakhsh gestohlen. Auf der Suche danach kam er in die Stadt Samangan, wo ihn die Königstochter Tahmineh besuchte und ihm gestand, dass sie ihn liebte. Sie heirateten, doch schon am nächsten Morgen zog Rostam weiter. Er ließ ein Armband zurück: Wenn ein Kind geboren werde, solle es das Band tragen.

Tahmineh gebar einen Sohn, Sohrab, der mit zehn Jahren stärker war als jeder Krieger. Als er erfuhr, wer sein Vater war, beschloss er, Iran zu erobern, den unwürdigen Kay Kavus zu stürzen und Rostam auf den Thron zu setzen. Der Turanerkönig Afrasiab unterstützte ihn, sorgte aber dafür, dass Vater und Sohn einander nicht erkannten. Rostam verschwieg im Kampf seinen Namen.

Drei Tage kämpften sie. Am zweiten Tag warf Sohrab Rostam zu Boden; Rostam rettete sich mit einer List, indem er behauptete, ein Held töte den Gegner erst beim zweiten Sieg. Am dritten Tag stieß Rostam seinem Gegner den Dolch in die Brust. Sterbend sagte Sohrab, sein Vater Rostam werde ihn rächen. Da sah Rostam das Armband. Er bat Kay Kavus um den Heiltrank Nushdaru, doch der König zögerte, und Sohrab starb. »Nushdaru nach Sohrabs Tod« sagt man auf Persisch bis heute, wenn Hilfe zu spät kommt.

Figuren in dieser Geschichte